Fernwanderwege in Deutschland – Der Eselsweg im Spessart / Etappe 3 & 4

Der längste und bekannteste Fernwanderweg durch den Spessart ist der ca. 111 Kilometer lange Eselsweg. Er führt vom hessischen Schlüchtern, im nördlichen Spessart gelegen, bis in den Südspessart nach Großheubach bei Miltenberg und stellt somit eine Nord-Süd-Verbindung dar.

Beim Eselsweg handelt es sich um einen Höhenweg mit gemäßigten Steigungen und Gefällstrecken, der auf der ost-west-trennenden Wasserscheide des Spessarts verläuft. Somit bewegt er sich fast durchgehend auf einer Höhe von 400 – 500 m und berührt auf seiner 111 km langen Strecke nach Süden selten eine Ortschaft. Das bedeutet, dass man für Verpflegung und Übernachtung den Eselsweg verlassen muss. Da die Ortschaften alle im Tal liegen (ca. 1 bis 3 Kilometer vom Wanderweg entfernt), kommt man bei 6 Etappen auf eine Gesamtstrecke von ca. 130 Kilometer.

Der Eselsweg bei der Ortschaft Flörsbachtal

3. Etappe Flörsbachtal – Heigenbrücken 26 km

Aus der Ortschft Flörsbachtal kommend geht es wie auf jeder Etappe erst einmal bergan. Über den Hartgrundpark oder die Orber Straße gelangt man wieder auf den Eselsweg. Bei beiden Varianten genießt man einen schönen Blick zurück über das zurückliegende Flörsbachtal. Nachdem man die Straße nach Wiesen überquert hat, führt der Eselsweg wieder in den Wald hinein, immer noch bergan, bis er zum Wiesbüttsee schließlich bergab führt. Über den Hühnerberg gelangt man schließlich zum Dr. Khin Platz mit einer recht neuen Schutzhütte und Picknickbänken. Nach diesen 6 Kilometern schwenkt der Eselsweg nach Süden ab und führt über die Wiesener Höhe in einem leichten Auf und Ab an der Ortschaft Wiesen vorbei, von der man allerdings nur wenig zu sehen bekommt, da der Eselsweg auf den Spessarthöhen durch dichten Wald führt. Lediglich von der hübschen Kreuzkapelle aus, welche man direkt bei Wiesen passiert, genießt man einen flüchtigen Blick über einige baumlose Felder des Hochspessarts.

An der Streckencharakteristik und den mäßigen Ausblicken ändert sich bis Jakobsthal wenig. Lediglich die Höhenunterschiede werden etwas größer. Auf dieser Etappe häufen sich die breiten Schotterstrecken, welche ich persönlich nicht so gerne wandere. Nur hin und wieder verlässt der Eselsweg die breite Forststraße um im noch dichteren Spessartwald zu verschwinden.

Die Waldgaststätte „Zum Engländer“

Nach weiteren 13 Kilometern erreicht man das Waldhaus „Zum Engländer“ von der man einen Blick in die Ortschaft Jakobsthal erhaschen kann. Die traditionelle Gastwirtschaft bietet eine gute Möglichkeit zur Einkehr. Nach dem „Engländer“ geht das muntere Auf und Ab, welches hier etwas beschwerlicher wird, weiter.

Der Eselsweg führt nunmehr nur noch durch den Wald. Lediglich von der Höhe des Falkenberges aus genießt man einen der (für mich) schönsten Weitblicke über den Spessart. Einen weiteren lohnenswerten Aussichtspunkt erreicht man kurz vor seinem Ziel am Pollasch (mit Wanderhütte).

Aussichtspunkt Pollasch

Das Etappenziel Heigenbrücken erreicht man entweder über einen (steilen) Wanderweg an der Kreuzung der Staatsstraße 2317 oder nach einem weiteren Anstieg über den Skilift Heigenbrücken. Am Ende dieser Etappe hat man ca. 26 Kilometer +/- zurückgelegt.

Heigenbrücken ist eine touristisch belebte Ortschaft im Spessart, der sogar einen stündlichen Bahnanschluss nach Frankfurt und Würzburg bietet.  Kleinere Lebensmittelgeschäfte und mehrere Übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden.

Aussicht vom Falkenberg über den Spessart

4. Etappe Heigenbrücken – Weibersbrunn 17 km

Hinweistafel zum Eselsweg

Der Weg von Heigenbrücken zurück zum Eselsweg ist recht beschwerlich, dafür entschädigen die restlichen Kilometer dieser kurzen Etappe bis Weibersbrunn, welche keine großen Höhenunterschiede mehr aufweisen. Lediglich über den Hainer Forst gibt es immer wieder einzelne Steigungen. Nachdem man die B 26 nach Aschaffenburg gequert hat, führt der Eselsweg fast ohne weitere Steigungen ins Tal nach Weibersbrunn (mit Anschluss an die A 3).

Diese Etappe bietet aus meiner Sicht wenige Landschaftliche Höhepunkte. Der Spessartwald ist auf der ganzen Etappe omnipräsent, was zwar durchaus reizvoll ist, durch die geringe Abwechslung jedoch auch leicht eintönig werden kann. Zudem gibt es nur wenige Streckenabschnitte, die direkt in den Wald führen. Das Gros der Strecke verläuft auf breiten Forststraßen.

Bei Weibersbrunn endet die kürzeste Etappe des Eselsweges. Die Ortschaft kann – Dank ihres Autobahnanschlusses – mit zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie aufwarten.

 Fazit der Etappen 3 und 4

Die 3. Etappe bietet von den beiden Etappen noch die meiste Abwechslung, es gibt hin und wieder schöne Rastplätze und kleine Licht- bzw. Ausblicke. Der Eselsweg weist auf diesen beiden Etappen einen hohen Anteil an Schotterbelag auf, was die Wanderfüße und -Beine eher ermüden lässt als weicher Waldboden. Dafür sind die Übernachtungsmöglichkeiten, die Gastronomie und der Nachschub an Lebensmitteln auf diesen beiden Etappen am besten.

Schöner, aber seltener Waldboden auf den Etappen 3 und 4

Weitere Informationen über die einzelnen Etappen, eine gute Übersichtskarte mit Höhenprofil und GPS-Daten für die komplette Strecke des Eselswegs findet man auf der Internetseite Wanderbares Deutschland des Deutschen Wanderverbands GmbH.

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