Portugal – die Rota Vicentina & der Fischerweg mit Kindern 5. und 6. Etappe

5. Etappe: Aljezur – Odeceixe

Höhenmeter: ↑120, ↓ 180

Etappenlänge: 23 km

Unsere benötigte Zeit: 6 Std. inkl. ca. 1 Std. Pause

Am nächsten Morgen versteckt sich die Sonne hinter einer dicken Wolkendecke. Auch die Temperaturen sind in der letzten Nacht nach einem leichten Regenschauer merklich gesunken. Für uns ist das jedoch kein Problem, solange der Himmel seine Schleusen geschlossen hält.

Heute geht es wieder auf der historischen Route der Rota Vicentina weiter. Von unserem Campingplatz aus führt die Rota Vicentina auf einem breiten Forstweg durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet leicht bergab bis ins fünf Kilometer entfernte Dorf Rogil. Heute lassen wir den Abzweig des Fischerweges, der auf dieser Strecke an die Küste abzweigt, links liegen und bleiben zunächst auf der historischen Route der Rota Vicentina. In Rogil freuen wir uns über unseren ersten Galao des Tages. Dem portugiesischen Milchkaffee sind wir schon vor mehr als 18 Jahren verfallen. Damals hatten wir die portugiesischen Azoren besucht, und auch dort das Getränk bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit genossen.

Portugiesischer Milchkaffee – Galao

Hinter Rogil spaltet sich die Rota Vicentina wieder auf, in die historische Route und dem Fischerweg, der uns an die Küste führt. Jetzt folgen wir, auf einer breiten Landstraße gehend, dem Wegweiser des Fischerweges. Ganze sieben Kilometer müssen wir auf einer asphaltierten Autostraße laufen, bis wir die Küste erreicht haben. Es ist schon auffällig wie häufig die Rota Vicentina und auch der Fischerweg direkt auf Landstraßen entlang führen. Das finden wir als Wanderer natürlich nicht so prickelnd und hoffen, dass für diese Strecken in den nächsten Jahren Alternativrouten gefunden werden.

Hinter Rogil läuft man sehr lange auf einer Landstraße – leider!

Doch dann hat uns die herrliche Küste endlich wieder. Beschwingt laufen wir bei mittlerweile wieder leidlich gutem Sonnenschein auf wunderschönen Wanderwegen direkt entlang der bezaubernden Küste, der Costa Vicentina.

Wunderschöne Wege entlang der Küste
……mit üppiger Vegetation

Bei Kilometer 12 durchschneidet ein Tal den Küstenweg. Die Beschilderung weist uns einen 4 Kilometer langen Umweg durch das Landesinnere, dem wir ahnungslos folgen. Leider erfahren wir später, dass wir diesen Umweg umsonst gelaufen sind, und eigentlich direkt an der Küste hätten weiterlaufen können. Ärgerlich! Die Beschilderung ist leider nicht immer korrekt.

Der Fischerweg bietet hier immer wieder bezaubernde Aussichten

Trotz der Tatsache, dass diese Etappe heute keine großen Höhenmeter aufwies, sind wir mit der Ankunft in Odeceixe am späten Nachmittag ziemlich platt. Von der schönen Küstenkulisse des Praia de Odeceixe-Mar, an dessen Bucht der Rio Seixe ins Meer fliest, müssen wir die letzten vier Kilometer – drei davon wieder entlang einer Landstraße – in die Stadt Odeceixe zurücklegen. Nach einer weiteren Pause geht es noch einmal stark bergan für die letzten 3 Kilometer zum Campingplatz. Uff – ich glaube, für heute reicht es mir!

Blick auf den schönen Strand bei Odeceixe

Fazit der 5. Etappe:

Eigentlich keine besonders schwere Etappe, aber die 23 Kilometer ziehen sich wirklich. Der hohe Anteil von Asphaltwegen auf dieser Etappe ermüdet ebenso wie die lockeren Sandwege an der Küste. Landschaftlich hat diese Etappe viel Abwechslung zu bieten, wenn auch der Abschnitt des Fischerweges deutlich schöner ist, als der Teil welcher zur historischen Route der Rota Vicentina gehört. Alles in Allem würde ich diese Etappe als mittelschwer einstufen.

6. Etappe: Odeceixe – Zambujeira do Mar 

Höhenmeter: ↑270, ↓ 230

Etappenlänge: 19,5 km

Unsere benötigte Zeit: 5,5 Std. inkl. ca. 1 Std. Pause

Heute beginnt unsere erste Etappe auf dem zusammenhängenden Fischerweg, welcher immer direkt entlang der Küste führt. Das Wetter ist heute wieder ganz anders als gestern. Schon am frühen Morgen scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel, und auch die morgendlichen Temperaturen lassen erahnen, dass der Tag hohe Temperaturen verspricht. Vom Campingplatz aus, müssen wir zunächst ins Tal zurück und zur Küste laufen. Der Weg führt – wieder einmal – entlang einer Landstraße, die heute zum Glück schwach befahren ist – weil Sonntag.

Wegweiser zum Fischerweg in Odeceixe

An der Küste erklimmen wir zunächst die Klippen, was einen kurzen, aber steilen, Anstieg bedeutet. Das ist für diesen Tag jedoch die einzige nennenswerte Steigung, die es zu bewältigen gilt. Was folgt ist einer der –  für mich – schönsten Abschnitte des Fischerweges, mit einem gemäßigten Auf und Ab entlang der Küste und Aussichten, die einen die Anstrengungen glatt vergessen lassen.

Blick zurück auf die Bucht von Odeceixe

Bis ins knapp 20 Kilometer entfernte Zambujeira do mar führt der Fischerweg ausschließlich entlang der Küste und ist somit eine der wenigen Etappen, die nicht phasenweise entlang von Straßen oder über landwirtschaftlich genutzte Verbindungswege führt. Aus unserer Sicht eine Bilderbuch-Etappe. Als einziger Nachteil dieser Etappe sei zu erwähnen, dass der Weg zu einem hohen Anteil über lockeren Sand führt, was auf die Dauer schon sehr ermüdet.

Sandige Wege kosten Kraft
Dafür entschädigt diese Traumkulisse

Fazit der 6. Etappe:

Eine Traum-Etappe!!, würde ich sagen. Landschaftlich hat sie alles zu bieten, was den Fischerweg und die Rota Vicentina ausmachen. Bis auf wenige Anstiege ist sie auch nicht sonderlich beschwerlich, was die Höhenmeter betrifft. Dennoch sollte man sie nicht unterschätzen, da der Weg hier zu einem hohen Anteil über lockeren Sand verläuft. Das ermüdet die Muskulatur stärker, als ich dies vor der Tour erwartet habe. Trotzdem denke ich, dass diese Etappe gut mit älteren Kindern zu bewältigen ist. Als Tagestour ist sie sehr gut geeignet, da regelmäßige Busverbindungen zwischen Odeceixe und Zambujeira do mar bestehen.

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