Portugal – die Rota Vicentina & der Fischerweg mit Kindern 9. Etappe und Fazit

9. Etappe: Vila Nova de Milfontes – Porto Covo 

Höhenmeter: ↑160, ↓ 160

Etappenlänge: 19 km

Unsere benötigte Zeit: 5,5 Std. inkl. ca. 1 Std. Pause

Nach der gestrigen Etappe sind wir alle körperlich sichtlich leicht lädiert. Jeder klagt über verschiedene Leiden. Erstaunlicherweise hat sich jedoch bisher keiner von uns Blasen gelaufen. Auch hatte auf der Wanderung niemand von uns übermäßig Sand in den Schuhen gehabt, wie man es so oft in Internet über die Rota Vicentina lesen kann. Ich denke, unsere langen weiten Hosen, welche über die Schuhe gehen, haben dazu gute Dienste geleistet.

Die letzte (oder erste) Etappe des Fischerweges

Der Tag beginnt zunächst mit dicken Wolken und wenig Sonnenschein. Laut Wetterbericht, der hier meist sehr gut ist, soll es am Vormittag an der Küste kräftige Regenschauer geben. Na, ja. Warten wir es mal ab.

Von Vila Nova de Milfontes aus geht es zunächst über einen Feldweg an die Küste zurück. Steigungen gibt es hier keine zu überwinden. An der Küste folgt der Fischerweg, wie schon bei allen anderen Etappen, in welligem Auf und Ab entlang des Küstenstreifens. Die Wettervorhersage erweist sich leider als äußerst präzise. Die anfänglich dichten Wolken schieben sich noch weiter zusammen. Leichter Nieselregen setzt ein. Von Meer her weht plötzlich ein kräftiger Wind und schiebt weitere Wolkenberge vor sich her. Wir können uns kaum von auf den Beinen halten, wenn eine Böe über die Klippen fegt. So schnell können wir gar nicht reagieren, da öffnet der Himmel schon seine Schleusen und peitscht uns, vom Wind getrieben, eimerweise den Regen um die (überraschten) Ohren. Beim Anziehen der Regenjacken verliert unser Sohn seine fast im orkanartigen Wind. Der Vater kann sie gerade noch festhalten. Innerhalb von nur wenigen Minuten sind wir von oben bis unten gebadet. Der Sturm währt nur kurz, setzt uns aber von der Hüfte ab komplett unter Wasser. In den Wanderschuhen quackert es bei jedem Schritt. Auf Regenhosen haben wir nämlich aus Gewichtsgründen verzichtet. Wer rechnet schon mit Regen in Portugal?!

Küste bei Porto Covo

Trotzdem währt der kleine Sturm nicht lange. Schon nach wenigen Minuten – vielleicht eine viertel Stunde – ist der ganze Spuk schon wieder vorbei. In den nächsten Stunden verbessert sich das Wetter zusehends und am Nachmittag scheint sogar wieder die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Unsere Kleidung ist bis zum Nachmittag schon wieder trocken. Nur die Schuhe werden sicher noch eine lange Zeit zum Trockenen benötigen, da wir alle entweder Gore Tex- oder Lederschuhe haben. Was sind wir froh darüber, dass uns dies am letzten Wandertag passiert ist.

Am letzten Tag geht es häufig an den Strand

Auf der letzten Etappe gibt es wieder einen wunderschönen und langen Sandstrand, auf dem der Fischerweg zwar nicht offiziell verläuft, aber das ist uns ziemlich egal. Wir wandern über den mehrere Kilometer verlaufenden Strand bis an dessen Ende und finden sogar einen kleinen Weg, der uns zum Fischerweg zurückführt.Gegen Ende der Etappe führt der Fischerweg noch einmal offiziell über einen Strand, dem Praia naturista de Ilha de Pessegueiro. Ein sehr schöner Abschluss auf dem Fischerweg und der Rota Vicentina.

Es ist nicht mehr weit
Auf der Zielgeraden
Das Ende des Fischerweges in Porto Covo

Fazit der 9. Etappe:

Unsere letzte Etappe war landschaftlich wieder genauso schön wie die vorletzte. Auf der Strecke zwischen Porto Covo und Vila Nova de Milfontes kommt man mit dem Meer am häufigsten in Berührung, durch den hohen Anteil an Strandabschnitten. Der Rest der Etappe verläuft wie üblich entlang der Klippen mit dem „geliebten“ weichen Sandboden, auch wenn diese gegen Ende der Etappe merklich weniger werden. Vor Porto Covo kann man noch einen Abstecher zu einer alten Festungsanlage unternehmen und einen schönen Blick über die Küste von Porto Covo genießen. Auf dieser Etappe gibt es – wie auf vielen anderen Etappen – unterwegs keine Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeiten, weshalb man immer eine Tagesverpflegung und genügend Wasser immer dabeihaben sollte.

An den Sand muss man sich gewöhnen
Festungsanlage bei Porto Covo

Die letzte Etappe ist aus unserer Sicht für Familien mit Kindern durchaus geeignet, wenn man die Länge der Etappe berücksichtigt. Es gibt fast keine Steigungen und die Strandabschnitte sind für Kinder sicherlich ein Erlebnis. Mit älteren Kindern, ist diese Etappe kein Problem. Als Tagesetappe ist sie ebenfalls gut geeignet, da es zwischen Porto Covo und Vila Nova de Milfontes Busverbindungen gibt.

Fazit unserer Streckenwanderung auf der Rota Vicentina und dem Fischerweg

Eine traumhafte Streckenwanderung! – So könnte man unser Fazit für die Rota Vicentina und den Fischerweg ganz kurz zusammenfassen. Dennoch möchte ich noch ein paar Takte mehr dazu sagen.

Wir sind neun Tage und 180 Kilometer auf der Rota Vicentina und dem Fischerweg unterwegs gewesen, und haben dabei einen großen Teil von dem gesehen, was die Region Vicentina ausmacht. Ich finde es durchaus sinnvoll, sich nicht nur auf die Etappen des Fischerweges zu beschränken, sondern auch einen Teil der ursprünglichen Rota Vicentina zu wandern. Im Landesinnere gibt es so viel Schönes zu sehen, das an manchen Tagen locker mit der faszinierenden Küste mithalten kann. Gerade das Wechselspiel zwischen Küste und Inland machen die Rota Vicentina zu einem abwechslungsreichen Fernwanderweg, der ja angeblich zu den schönsten Wanderwegen Europas zählt. Das können wir natürlich nicht beurteilen, möchten aber behaupten, dass uns die Rota Vicentina und der Fischerweg sehr positiv überrascht haben. Wir waren ohne große Erwartungen in diese Fernwanderung gestartet und haben uns im Laufe der Wanderung in die Südwestküste Portugals verliebt. Natürlich – und auch das möchte ich nicht unerwähnt lassen – gibt es auch auf der Rota Vincentina noch viele Streckenabschnitte, die weniger schön sind, gerade wenn man sehr lange entlang einer Landstraße laufen muss. Die Streckenführung des Fischerweges jedoch befindet sich noch im Aufbau, und auch die Rota Vicentina wird jährlich angepasst.

Logistisch sind die Rota Vicentina und auch der Fischerweg keine Herausforderung, gibt es doch überall Übernachtungs- und Versorgungsmöglichkeiten. Lediglich tagsüber kommt es häufig vor, dass man keinen Nachschub erhält. Natürliche Wasserquellen gibt es an der Küste sehr wenige, weshalb man immer ausreichend Wasser dabeihaben sollte.

Ab welchem Alter der Kinder man sich die Rota Vicentina, und vor allem der Fischerweg, zutrauen kann, ist eine Frage, die sich pauschal nicht beantworten lässt. Unter den Informationen nehme ich dazu Stellung, und teile meine Einschätzung diesbezüglich. 

Wir jedenfalls hatten eine wundervolle Zeit auf der Rota Vicentina und dem Fischerweg und können dieses Gebiet für eine Fernwanderung mit Kindern auf jeden Fall empfehlen. 

Die Rota Vicentina und der Fischerweg – durchaus eine Reise wert!

← zurück zur Übersicht Wandern mit Kindern auf dem Fernwanderweg Rota Vicentina

Für alle Informationen auf dieser Seite habe ich viel Mühe und Zeit investiert, um sie jedem zur Verfügung zu stellen. Da alle diese Informationen aus ersten Hand sind und ich persönlich keinerlei finanziellen, oder sonstigen, Vorteil davon habe, freue ich mich besonders über ein Feedback von dir in Form eines Kommentars. 🙂

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.