Unsere 10 must sees in Schottland und den schottischen Highlands

Das Reiseziel Schottland ist vielfältiger als manch einer glaubt. Klar, wer nach Schottland fährt, möchte in erster Linie die grandiose Natur entdecken und erleben. Das ist aber bei weitem noch nicht alles was dieses Land im Norden Großbritanniens zu bieten hat. Wir haben auf unserer Reise versucht neben allen Outdooraktivitäten auch die Menschen und ihre Kultur zu erfahren. In einem kleinen Pub am scheinbaren Ende der Welt lernten wir, dass Whiskey nicht gleich Whiskey ist und was die Schotten über sich selbst und die Welt denken. Es war eine bereichernde Begegnung mit liebenswerten Menschen, die selbstbewusst ihre Identität nach außen tragen und dabei jeden herzlich Willkommen heißen, der ihre geliebte Heimat zu schätzen weiß. Diese und viele weitere Erlebnisse haben unsere Schottlandreise zu etwas gemacht, was durchaus Wiederholungspotential besitzt.

Für euch haben wir unsere persönlichen 10 must sees zusammengestellt, die man als Schottlandreisender unbedingt gesehen haben sollte.

Glen Finnich Schlucht

Die Glen Finnich Schlucht gilt bei Schottland-Reisenden noch als kleiner Geheimtipp. Sie liegt ziemlich verborgen im recht unspektakulären Umland des südlichen Loch Lomond. Die Schlucht, welche von außen so gut wie nicht sichtbar ist, liegt kurz hinter der Straßenkreuzung der A809 und der B834. Direkt an der Kreuzung gibt es am Straßenrand ein paar wenige Parkplätze, das einzige Zeichen dafür, dass sich die Schlucht hier irgendwo befinden muss. Vom Parkplatz aus muss man noch ein paar 100 Meter auf der A809 gehen und eine kleine Brücke überqueren. Dahinter befindet sich, ebenfalls kaum sichtbar, hinter einer Mauer versteckt, ein kleiner Weg in den Wald, dem man folgen muss. Nach einigen weiteren Metern gelangt man zum sehr steilen Eingang in die Schlucht, zu erkennen an völlig windschiefen Treppenstufen, die alles andere als einladend wirken. Ohne festes Schuhwerk ist der Abstieg in die Schlucht gefährlich, und selbst mit Wanderschuhen ist es äußerst schwierig und nichts für schwache Nerven. Mit kleinen Kindern ist also Vorsicht geboten! Für die Mühen des nicht ganz ungefährlichen Einstiegs in die Schlucht entschädig diese jedoch mit einer atemberaubenden Szenerie, die wirkt als käme sie aus einer anderen Welt.

Glen Finnich Schlucht
Spektakulär und kaum bekannt – Glen Finnich

Loch Lomond & The Trossachs National Park

Das Gebiet um den Loch Lomond und den Trossachs National Park ist eines der schönsten Wandergebiete in den südlichen Highlands. Für alle Schottland-Reisende, die zu wenig Zeit mitbringen um den hohen Norden der Highlands zu besuchen, sind der Loch Lomond und der Trossachs National Park eine wunderbare alternative Wander- und Ausflugs-Location direkt vor den Toren Glasgows. Die touristische Infrastruktur in diesem sehr zentral gelegenen National Park ist hervorragend, was der Nähe zum Großraum Glasgow geschuldet ist. Einziger kleiner Nachteil des Loch Lomond & The Trossachs National Park ist das hohe Aufkommen an Tagestouristen, die sehr zahlreich den National Park besuchen.

Loch Lomond
Der Loch Lomond im Trossachs National Park

Glen Nevis mit dem Berg Ben Nevis

Das Glen Nevis Tal gehört zu den meistbesuchten Tälern Schottlands, was nicht zuletzt am höchsten Berg Großbritanniens, dem Ben Nevis, liegt. Kaum ein Schottland-Reisender lässt das lieblich anmutende Tal am Fuße des Ben Nevis in seinem Reiseprogramm aus, und selbst weniger talentierte Wanderer wagen einen Aufstieg zum höchsten Gipfel Großbritanniens. Neben dieser Herausforderung hat das Glen Nevis Tal jedoch noch viele weitere schöne und weniger anstrengende Kurzwanderungen zu bieten, die bei einem Schottlandbesuch auf jeden Fall lohnenswert sind.

Ben Nevis
Blick vom Ben Nevis auf die Küste bei Fort William

Glenfinnan Viadukt

Bekannt und touristisch interessant wurde die wunderschön gelegene und architektonisch sehenswerte Glenfinnan Eisenbahnbrücke durch die Harry Potter Filme. Der Hogwarts Express passiert in mehreren Filmen das Glenfinnan Viadukt und verhalf der ohnehin schon gut besuchten Sehenswürdigkeit internationale Aufmerksamkeit. Heute zählt das Glenfinnan Viadukt in der Nähe von Fort William zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Schottlands und zahlreiche Harry Potter Fans besuchen täglich das Viadukt um den „Hogwarts Espress“ zu sehen und fotografisch festzuhalten. Tatsächlich heißt der Sonderzug, der im Sommer drei mal täglich die Brücke passiert „The Jacobite“, und wird ausschließlich für den Tourismus betrieben. Eine Fahrt mit dem historischen Zug ist oft schon Monate im Voraus ausgebucht, sodass eine Fahrt mit ihm nur mit einer guten Vorausplanung möglich ist. Für ein schönes Foto vom Viadukt mit Zug allerdings benötigt man nur ein bisschen Zeit und vor allem Geduld, da man sich den fotografisch geeigneten Aussichtspunkt mit Heerscharen von Touristen teilt.

Glenfinnan Viadukt
Das Glenfinnan Viadukt mit dem historischen Zug „The Jacobite“

Eilean Donan Castle

Ebenfalls sehr touristisch geht es am wohl schönsten gelegenen Castle Schottlands zu. Das Eilean Donan Castle ist die meistfotografierte Burg Schottlands, thront sie doch sehr fotogen auf einer Landzunge, die bei Flut die Burg zu einer mondänen Inselfestung werden lässt. Das Castle, welches ein Museum beherbergt, liegt zudem noch touristisch sehr günstig direkt an der A87, eine Straße, welche die beliebte Ferieninsel Skye mit dem Festland verbindet. Ja, und wenn man schon einmal auf dem Weg dorthin ist, kann man einen kleinen Zwischenstopp am wirklich sehenswerten Eilean Donan Castle einlegen.

Eilean Donan Castle
Das mondäne Castle Eilean Donan

Isle of Skye

Die an der Westküste der Inneren Hebriden gelegenen Isle of Skye gilt als die schönste Insel Schottlands und ist das Aushängeschild für Schottlands Naturschönheiten weltweit. Kaum ein Tourist, der nicht die markanten Felsnadeln des Old Man of Storr kennt oder das idyllische Postkartenmotiv des einstigen Fischerdorfes Portree, der heutigen Hauptstadt Skyes. Isle of Skye besitzt ohne Frage atemberaubende Landschaften, die Tausende von Besuchern jährlich anlocken und verzaubern. Für Wanderer ist Isle of Skye ein Paradies, das man sich jedoch in den Sommermonaten mit einer steigenden Anzahl von Wanderern teilen muss. Aus unserer Sicht ist Isle of Skye eine Insel die man auf jeden Fall gesehen haben sollte, wenn man das nördliche Schottland besucht. Dennoch sind wir der Meinung, dass es für das Wandern schönere und vor allem einsamere Gebiete in den nördlichen Highlands gibt. Nichtsdestotrotz gehört der Besuch der Isle of Skye bei einer Reise nach Schottland einfach zum Pflichtprogramm.

Isle of Skye
Der atemberaubende Nordosten der Isle of Skye

North Coast Route 500

Die vor einigen Jahren entwickelte Touristenroute ist die schottische Antwort auf die legendäre Route 66 in Amerika und gilt mittlerweile als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Die North Coast Route 500 umschließt als Fernstraße den kompletten nördlichen Teil der Highlands und beginnt sowie endet in Inverness. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um eine einzige Staatsstraße, welche als North Coast Route 500 betitelt wird. Vielmehr ist es eine aus Bundesstraßen zusammengebastelte Scenice-Route, die auf 500 Meilen (830 km) entlang der schottischen Nordküste durch besonders reizvolle Landschaften führt. Wir sind die North Coast Route 500 fast komplett gefahren, und sie war unser ganz persönliches Reise-Highlight in Schottland.  Selbst die Insel Skye konnte aus unserer Sicht nicht mit den atemberaubenden Landschaften der nördlichen Highlands mithalten, die vor allem eines sind – einsam, einsam und nochmals einsam. Der Wahnsinn! Tatsächlich passiert man auf dieser Fernstraße nur wenige größere Siedlungen. So sind auch die Straßen selbst zwischen den einzelnen abgelegenen Dörfern oftmals kleiner als erwartet. Meist sind es nichts mehr als einspurige „Sträßchen“, die hin und wieder so schmal sind, dass sie nur noch mit einem PKW befahren werden können. Entsprechende Hinweisschilder weisen den Fahrer von Wohnmobilen glücklicherweise rechtzeitig daraufhin. Für uns ist die North Coast Route 500 ein absolutes Muss, wenn man das wahre Schottland sehen möchte.

Das wahre Schottland lernt man auf der North Coast Route 500 kennen.

Loch Ness

Bei Loch Ness bin ich – das muss ich zugeben – ein wenig gespalten, was die Einschätzung als Schottland-Must-See angeht. Einerseits gehört dieser sagenumwobene See einfach zu einem Schottland-Aufenthalt dazu, andererseits gibt es außer dieser uralten Legende rund um Loch Ness nichts außergewöhnliches an besagtem See zu sehen, was man nicht auch im übrigen Land entdecken könnte. Der Loch Ness ist im Prinzip nichts weiter als eines von vielen schottischen Gewässern, die es in den Highlands zuhauf gibt, wäre da nicht diese weltbekannte Geschichte, die bis heute noch nicht restlos aufgeklärt scheint, der schottischen Tourismusindustrie jedoch jährlich hohe Besucherzahlen beschert. So versucht man in den Touristenzentren am See krampfhaft einen Mythos aufrecht zu erhalten und mit jeder Menge Touri-Rummel (was schon amerikanische Ausmaße annimmt) die Geschichte um das Monster des Loch Ness zu befeuern. Uns schockierten fast schon die Zustände rund um das Besucherzentrum im Dorf Drumnadrochit und der Burgruine Urquhart Castle, die als Haupttouristenzentrum im nördlichen Teil des Loch Ness dienen. Muss man nicht gesehen haben, finden wir. Ausgleichend dafür gibt es einen wunderschönen Wandertrail entlang der südlichen Seeseite, der Southern Loch Ness Trail, den wir dagegen grandios finden und der Loch Ness letztendlich für uns zu einem Must See werden lässt.

Wir haben das Monster von Loch Ness in einem Store gefunden – und gekauft. Unsere Nessi!

Das Falkirk Wheel & The Kelpies

Der Süden Schottlands bietet zwar weniger landschaftliche Schönheiten, dafür aber einige Besonderheiten, die wir wirklich sehenswert finden. Das Falkirk Wheel beispielsweise ist ein Schiffshebewerk, dessen beeindruckende Konstruktion weltweit einzigartig ist. Wie in einem Riesenrad überwinden die Schiffe in diesem Hebewerk einen Höhenunterschied von 24 Metern. Rund um das Falkirk Wheel (und den Kelpies) hat sich ein Tourismus entwickelt, der dieser schwächer besuchten Region sicher gut tut. Neben dem Informationscenter am Falkirk Wheel gibt es auf dem großzügigen Gelände noch einen schönen Wasserspielplatz mit verschiedenen Wasserspielen für kleine und größere Kinder.

Unweit des Falkirk Wheels stehen die größten Pferdeskulpturen der Welt – The Kelpies. Wer in der Region um Edinburgh unterwegs ist, sollte einen kleinen Abstecher zu diesem interessanten Monument unternehmen. Der um die Pferdeköpfe großzügig angelegte Park, Helix genannt, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, da es neben den Kelpies noch einen großen Abenteuerspielplatz und viele angelegte Spazierwege gibt. Als kleiner Tipp: Des Nachts sind die Pferdeköpfe wunderschön von innen beleuchtet.

Das Falkirk Wheel
The Kelpies im Helix Park

Edinburgh

Schottland ist nicht gerade für seine Städte berühmt, aber eine Stadt sollte man als Schottland-Reisender auf jeden Fall gesehen haben, und zwar Edinburgh. Die Hauptstadt Schottlands ist von ihren Ausmaßen überschaubar und ist sehr gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Auch die sehenswerte historische Altstadt ist übersichtlich und kann gut zu Fuß erkundet werden. An schönen Tagen kann man seinen Stadtbummel unterbrechen und entspannt durch den Princes Street Gardens schlendern, der direkt in der City am Fuße des Edinburgh Castle liegt. Wir finden Edinburgh verkörpert die Seele des Landes und ist ganz nebenbei noch eine wunderschöne Metropole.

Edinburgh – eine typisch schottische Stadt

Das waren unsere 10 Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Schottland-Urlaub unbedingt gesehen haben sollte. Kennst du noch Sehenswürdigkeiten in Schottland? Wir freuen wir uns, wenn du sie mit uns teilst.  

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